Klavier / Flügel

Musikinstrument und Handwerk

Das Klavier

Das Klavier ist ein Musikinstrument und gehört zur Kategorie der Tasteninstrumente. Das Klavier ist Ende des 18. Jahrhunderts aus dem Hammerklavier hervorvorgegangen, welches wiederum aus Clavichord und Cembalo entsprungen ist. Durch die Umstellung vom zupfenden Musikinstrument zum klopfenden, bzw. schlagenden Musikinstrument, konnte eine Lautstärke realisiert werden, die vorher nicht möglich war. So können wir auf dem heutigen Klavier eine große Nuancenvielfalt von Piano (leise) bis Forte (laut) spielen. Aus diesem Grund erhielt das Klavier den Namen Pianoforte. Dieser Name ist noch heute bei den Klavier-Herstellern zu lesen: Pianoforte-Fabrikant, Pianoforte-Manufaktur etc.

Die Konstruktion des Klaviers beruht auf einem Zusammenspiel zwischen Gussplatte, Resonanzboden und Rasten. Dieses Gebilde wird als "Akustische Anlage" bezeichnet und sorgt für den Klang und die Stabilität im Piano. Dabei ist die Gussplatte aus Gusseisen gegossen, der Rasten ist aus sehr verwindungssteifem Holz oder Schichtenholz hergestellt. Der Resonanzboden hingegen besteht aus ganz feinem, langsam gewachsenen Fichtenholz, der durch seine Struktur leicht in Schwingung zu versetzen ist und doch den riesigen Kräften standhalten muss. Die Gussplatte, auf der die Klaviersaiten mit riesiger Spnnung befestigt sind, ist über den Steg mit dem Resonanzboden verbunden. So können die Schwingungen der über 200 Saiten an den Resonanzboden übertragen und von diesem verstärkt wiedergegeben werden.

Auf der Gussplatte werden die Stahlsaiten aufgezogen, die durch die Pianohämmer in der Klavier-Mechanik zum Schwingen gebracht werden. Die Klavier-Mechanik ist ein Gebilde aus über 5.000 Einzelteilen, die alle perfekt ineinander greifen. Die Bewegung beginnt beim Anschlagen der Taste, weitergegeben wird sie über viele Mechanikglieder in einem perfekten Übersetzungsverhältnis an die Pianohämmer und die Dämpfer, die im richtigen Augenblick die Saiten freigeben. Nur wenn alles perfekt ineinander greift, kann das Klavier voll überzeugen.

Anhand dieser Schilderung lässt sich vielleicht erahnen, wieviel Zeitaufwand, Materialeinsatz und Arbeitszeit nötig wird, um dieses Instrument zu einem vollwertigen Piano zusammen zu bauen. Die einzelnen Hölzer und Metalle entscheiden darüber, ob und wie ein Klavier oder Flügel klingt und ob es dem Klavierspieler zusagt. In Deutschland, wo das Piano seine Geburtsstätte hatte, wird bis in die heutige Zeit hinein mit wertvollsten Hölzern, aufwendigster Verarbeitung und dem Anspruch, aus jedem Klavier ein Einzelstück zu machen, gearbeitet. So entstehen kunsthandwerkliche Klaviere, die in Klang, Werterhalt und Beständigkeit anderen Herstellern noch heute weit überlegen sind.

Ein Gradmesser für die Qualität eines Pianos ist die Möglichkeit, Piano und Forte, leise und laut, nutzen zu können. Probieren Sie es einmal aus!