Die Geheimnisse des Intonierens: Besuch von Pianist Joe Dorff

Vielleicht war es der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zweier Klavierverrückter: Beim Stimmen und Intonieren eines Steinway-Konzertflügels auf dem Kreuzfahrtschiff "HANSEATIC NATURE" lernte Daniel kürzlich den Bordpianisten Joe Dorff kennen. Der schaute Daniel interessiert bei der Arbeit zu - und war so begeistert vom klanglichen Ergebnis, dass er Daniel kurzerhand fragte, ob er ihm das Intonieren beibringen könne. Schon ein paar Tage später schaute Joe zum gemeinsamen Fachsimpeln in der elbstimmer-Klavierwerkstatt in Hamburg-Eppendorf vorbei. Er bekam von Daniel eine kleine Einweihung in die "Geheimnisse" des Intonierens: der Klangverbesserung mit Hilfe von feinen Nadeln, die man in die Filze der Hammerköpfe sticht, um dem Filz und damit auch dem Ton die richtige Härte zu geben.

 

Joe war viele Jahre als Pianist mit dem legendären, 2015 gestorbenen Bandleader James Last auf Tour und hat seinen "Heimathafen" eigentlich in und um Berlin. Zurzeit aber reist er wochenweise auf der "HANSEATIC NATURE" mit und spielt Konzerte für die Passagiere, "Schon verrückt - da spielt man seit Jahrzehnten als Profi Klavier, aber wie man aus einem Instrument den besten Klang herausholt, das war mir im Detail nicht klar", meinte Joe zu Beginn seines kleinen privaten Intonier-Seminars mit Daniel.

 

Der erklärte ihm, wie und an welchen Stellen man die Hammerköpfe mit den Intoniernadeln am besten einsticht, um in allen Lautstärke-Bereichen die maximale Bandbreite von Pianissimo bis Fortissimo herauszukitzeln. Gemeinsam setzten sich die Beiden an ein Klavier, das gerade zum Überholen in der Werkstatt war, und Joe durfte sich selbst an die Nadeln wagen. Sein Fazit: "Wahnsinn, wie sich der Klang verändert!" Denn wird zu viel oder an der falschen Stelle gestochen, wird der Klang zu wattig - ein Effekt, der sich kaum wieder umkehren lässt. 

 

Joe will auf jeden Fall wiederkommen - spätestens, wenn endlich Daniels fast 120 Jahre alter Grotrian-Steinweg-Konzertflügel vom Lackieren zurück ist. Denn das alte, 2,15 Meter lange "Schätzchen" will der Pianist aus Leidenschaft nach der Generalüberholung unbedingt selbst einmal anspielen. 

 

(Text: Nicola Schmahl)

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